SRC oder UBI: welches Funkzeugnis brauchst du?
SRC ist Seefunk, UBI ist Binnenfunk. Das Zeugnis hängt an der Funkanlage, nicht am Bootsführerschein. Prüfungsteile, Grenzen und was wirklich schwer ist.
Die kurze Antwort steht in einem Satz: SRC ist Seefunk, UBI ist Binnenfunk. Wer nur wissen will, welches der beiden er braucht, kann hier aufhören und auf die Karte schauen.
Interessant wird es bei der Frage dahinter, denn die stellen sich die meisten gar nicht: Wieso braucht man überhaupt ein eigenes Zeugnis, wenn man doch schon einen Bootsführerschein hat?
Das Zeugnis hängt an der Funkanlage, nicht am Boot
Ein Sportbootführerschein berechtigt dazu, ein Boot zu führen. Er berechtigt nicht dazu, zu funken. Das sind zwei verschiedene Rechtsgebiete, und sie haben verschiedene Behörden.
Sobald an Bord eine UKW-Sprechfunkanlage betrieben wird, braucht die Person, die sie bedient, ein Funkbetriebszeugnis. Unabhängig von Bootsgröße, Motorleistung und davon, ob ein Führerschein überhaupt vorgeschrieben ist. Ein Kanu mit Handfunkgerät fällt darunter, ein Charterboot mit fest eingebautem Gerät sowieso.
Deshalb steht das Funkzeugnis in keiner Reihenfolge mit dem SBF. Es ist keine Aufbaustufe, sondern eine zweite Spur.
SRC: Seefunk im GMDSS
Das Short Range Certificate ist das Zeugnis für den UKW-Seefunk innerhalb des weltweiten Seenot- und Sicherheitsfunksystems GMDSS. „Short Range" meint den UKW-Bereich, also Reichweite in Sichtweite plus etwas, nicht Kurzwelle über Ozeane.
Der Fragenkatalog des Amts für Binnen-Verkehrstechnik in Koblenz umfasst 180 Fragen in sieben Abschnitten: GMDSS, Funkeinrichtungen, DSC, UKW-Verfahren, Betriebsverfahren, NAVTEX und Such- und Rettungsdienst.
Die Prüfung hat drei Teile, die einzeln bestanden werden müssen:
- Multiple Choice: 24 Fragen in 30 Minuten, höchstens 5 Fehler.
- Englisch: ein Diktat und eine Übersetzung. Seefunk ist international, und die Standardredewendungen sind englisch.
- Praxis: Bedienung am Gerät, inklusive Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsverkehr.
Der englische Teil ist der, den die meisten unterschätzen. Es geht nicht um freies Sprechen, sondern um festgelegte Wendungen, aber die muss man kennen.
UBI: Binnenfunk auf den Wasserstraßen
Das UKW-Sprechfunkzeugnis für den Binnenschifffahrtsfunk gilt auf den Binnenschifffahrtsstraßen. Kein GMDSS, kein NAVTEX, dafür die Struktur des Binnenfunks: feste Verkehrskreise, die bestimmen, auf welchem Kanal was gesprochen wird.
Schiff-Schiff, nautische Information mit der Revierzentrale, Schiff-Hafenbehörde, Bordkommunikation, öffentlicher Nachrichtenaustausch. Dazu die Situationen, die im Alltag wirklich zählen: Schleusenanfahrt, Brückendurchfahrt, Begegnung im engen Fahrwasser.
Der Katalog hat 130 Fragen. Die Prüfung hat zwei Teile: 22 Multiple-Choice-Fragen in 60 Minuten, von denen mindestens 17 stimmen müssen, und einen praktischen Teil.
Nebeneinander
| SRC | UBI | |
|---|---|---|
| Revier | Seeschifffahrtsstraßen, Küste, international | Binnenschifffahrtsstraßen |
| System | GMDSS, mit DSC und NAVTEX | Binnenschifffahrtsfunk mit Verkehrskreisen |
| Katalog | 180 Fragen | 130 Fragen |
| Bogen | 24 Fragen, 30 Minuten | 22 Fragen, 60 Minuten |
| Bestanden ab | höchstens 5 Fehler, also 19 von 24 | 17 von 22 |
| Englisch | ja, Diktat und Übersetzung | nein |
| Praxis | ja | ja |
Auffällig: Beide Funkzeugnisse werden über den ganzen Bogen bewertet, ohne Teilbereichsgrenzen. Das ist die Ausnahme unter den Bootsscheinen; SBF und SKS rechnen anders, siehe Wie viele Fehler darf man machen?
Wenn du beides brauchst
Für den Weg vom SRC zum UBI gibt es eine Ergänzungsprüfung. Sie hat einen eigenen, deutlich kürzeren Fragenkatalog, weil das Wissen über Geräte, Notverfahren und Funkdisziplin bereits nachgewiesen ist. Geprüft wird der Teil, der beim Binnenfunk anders läuft: die Verkehrskreise und die Revierpraxis.
Umgekehrt gibt es diese Abkürzung nicht. Wer vom UBI zum Seefunk will, legt die reguläre SRC-Prüfung ab. Das ist folgerichtig, denn das GMDSS ist der größere Teil.
Der schwere Teil ist nicht der Katalog
180 oder 130 Fragen sind überschaubar, beides sind kleine Kataloge im Vergleich zum SKS mit rund 638. Wer die Multiple-Choice-Teile für die Hürde hält, wird an der Praxis überrascht.
Funkverfahren ist eine sprachliche Fertigkeit. Es hat eine feste Reihenfolge, feste Formulierungen und wenig Spielraum, und es läuft unter Zeitdruck: Der Notruf kommt nicht dann, wenn man sich vorbereitet fühlt. Man kann den Ablauf eines MAYDAY auswendig können und in der Prüfung trotzdem hängen bleiben, weil zwischen Wissen und Sprechen ein Unterschied liegt.
Genau dafür bauen wir den Funk-Simulator: ein nachgebildetes Funkgerät mit Push-to-Talk, du sprichst über das Mikrofon deines Geräts, und eine Gegenstelle antwortet im vorgeschriebenen Verfahren. Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsverkehr, Routinefunk, für den Binnenbereich zusätzlich Schleusenanfahrt und Revierzentrale. So oft, bis es sitzt, ohne jemanden auf einem echten Kanal zu blockieren.
Rechtliches in eigener Sache
Die Fragenkataloge für SRC und UBI gibt das Amt für Binnen-Verkehrstechnik in Koblenz heraus, und ihre PDF-Fassungen tragen einen Vervielfältigungsvorbehalt. Wir klären das mit einer Nutzungsanfrage beim Amt, bevor wir die beiden Kurse öffnen, statt uns einseitig auf eine für uns günstige Auslegung zu stützen. Die Kursseiten zu SRC und UBI folgen, sobald das geklärt ist.
Der Funk-Simulator hängt nicht an diesen Katalogen: Die Übungssituationen sind von uns geschrieben, übernommen ist nur die Gliederung der Prüfung, wie sie sich aus den Vorschriften ergibt.
Quellen
Angaben nach den amtlichen Fragenkatalogen SRC und UBI des Amts für Binnen-Verkehrstechnik (ABVT) in Koblenz und den zugehörigen Prüfungsordnungen. Recherchestand Mai 2026.
Verbindlich ist die jeweils geltende Prüfungsordnung deines Prüfungsausschusses. Wir sind weder amtlicher Herausgeber noch Prüfstelle.