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Wie viele Fehler darf man beim Sportbootführerschein machen?

Die Faustregel „24 von 30“ ist falsch: Bewertet wird pro Teilbereich. Mit 23 richtigen Antworten kannst du bestehen, mit 24 durchfallen.

Kartentisch aus Holz am Kabinenfenster, darauf eine Seekarte, ein Zirkel, ein Bleistift und ein angekreuzter Antwortbogen.

Wer nach der Bestehensgrenze für den Sportbootführerschein sucht, findet überall dieselbe Zahl: 24 von 30. Sie steht in Foren, in Lern-Apps und in Bootsschul-Broschüren.

Sie ist falsch.

Nicht ein bisschen ungenau, sondern in beide Richtungen falsch: Du kannst mit 23 richtigen Antworten bestehen und mit 24 richtigen durchfallen. Wer auf die Gesamtzahl lernt, lernt am Bewertungsschema vorbei.

Warum eine einzige Zahl nicht reicht

Der Prüfungsbogen beim SBF-See besteht aus 30 Multiple-Choice-Fragen, und die kommen nicht aus einem Topf. Sieben stammen aus dem Basisteil des amtlichen Katalogs, also aus den Fragen 1 bis 72, die für jedes Sportboot gelten. Die anderen 23 sind die spezifischen Seefragen ab Nummer 73.

Bewertet werden beide Blöcke einzeln:

  • mindestens 5 von 7 im Basisteil
  • mindestens 18 von 23 im Seeteil

Beide Grenzen müssen gleichzeitig erfüllt sein. Dazu kommt die Navigationsaufgabe mit neun Teilaufgaben, von denen mindestens sieben stimmen müssen, und auch die zählt getrennt.

Die zwei Fälle, die die Faustregel zerlegen

Fall 1: 24 richtig, durchgefallen. Vier richtige Basisfragen und 20 richtige Seefragen ergeben 24 von 30. Der Seeteil ist stark, 20 von 23 sind ein gutes Ergebnis. Trotzdem ist die Prüfung nicht bestanden, weil im Basisteil vier statt der geforderten fünf richtigen Antworten stehen. Drei Fehler in sieben Fragen, und die restlichen 23 Antworten können das nicht ausgleichen.

Fall 2: 23 richtig, bestanden. Fünf richtige Basisfragen und 18 richtige Seefragen ergeben 23 von 30. Das ist exakt das Minimum in beiden Blöcken, und damit ist die Prüfung bestanden.

Die Faustregel liegt also nicht nur daneben, sie zeigt auch in die falsche Richtung. Sie lenkt die Aufmerksamkeit auf den großen Block, während der kleine der gefährliche ist. Sieben Fragen, zwei Fehler erlaubt: Das ist die engste Stelle der ganzen Prüfung.

Alle Scheine im Überblick

Schein Bogen Zeit Bestanden ab
SBF-See 30 Fragen (7 Basis + 23 See) plus Navigationsaufgabe 60 min 5/7 Basis und 18/23 See und 7/9 Navigation
SBF-Binnen Motor 30 Fragen (7 Basis + 23 Binnen) 45 min (siehe Hinweis) 5/7 und 18/23
SBF-Binnen Segeln 37 Fragen (7 + 23 + 7 Segeln) 60 min 5/7 und 18/23 und 5/7 Segeln
SKS 30 Freitextfragen plus Kartenaufgabe 90 min 39 von 60 Punkten
SRC 24 Fragen, dazu englisches Diktat und Praxis 30 min höchstens 5 Fehler, also 19 von 24
UBI 22 Fragen, dazu Praxis 60 min 17 von 22

Zur Prüfungsdauer beim SBF-Binnen unter Motor: Verbreitet sind 45 Minuten, wir konnten das aber an keiner amtlichen Quelle bestätigen. Frag das vor der Anmeldung bei deinem Prüfungsausschuss ab. Die Bestehensgrenzen 5 von 7 und 18 von 23 sind dagegen gesichert.

Der SKS zählt nicht, er punktet

Beim Sportküstenschifferschein gibt es nichts anzukreuzen. Die 30 Fragen werden frei beantwortet und mit 0, 1 oder 2 Punkten bewertet, je nachdem, wie vollständig die fachlich notwendigen Punkte in deiner Antwort stehen. 60 Punkte sind das Maximum.

Daraus ergeben sich drei Zonen statt zwei:

  • ab 39 Punkten: bestanden
  • 33 bis 38 Punkte: mündliche Nachprüfung
  • 32 Punkte und weniger: nicht bestanden

Praktisch heißt das: Halbwissen ist beim SKS etwas wert. Eine Antwort, die den Kern trifft, aber eine Voraussetzung vergisst, bringt einen Punkt statt null. Beim SBF gibt es diese Zwischenstufe nicht, dort ist ein Kreuz richtig oder falsch.

SRC und UBI sind die Ausnahme

Bei den beiden Funkzeugnissen zählt tatsächlich der ganze Bogen. Das SRC erlaubt höchstens fünf Fehler auf 24 Fragen, das UBI verlangt 17 richtige von

  1. Keine Teilbereiche, keine Zwischenzonen.

Dafür hängt an beiden ein praktischer Teil, und der ist die eigentliche Hürde: Funkverfahren wird gesprochen, nicht angekreuzt. Beim SRC kommt noch ein englischer Diktat- und Übersetzungsteil dazu. Alle Teile müssen einzeln bestanden werden. Welches der beiden Zeugnisse du brauchst, klärt SRC oder UBI.

Was das für die Vorbereitung heißt

Den Basisteil nicht unterschätzen. 72 Fragen, aus denen sieben gezogen werden, mit zwei erlaubten Fehlern. Das ist die kleinste und empfindlichste Sektion der Prüfung, und sie besteht aus genau den Themen, die beim Lernen langweilig wirken: Vorfahrt, Schallsignale, Umweltrecht. Der gute Teil daran ist, dass diese 72 Fragen bei SBF-See und SBF-Binnen identisch sind, du lernst sie also nur einmal.

Nach Teilbereich auswerten, nicht nach Gesamtquote. Eine Übungsstatistik, die nur „84 Prozent richtig" sagt, verschweigt die einzige Zahl, auf die es ankommt. Interessant ist, wie du im Basisteil stehst und wie im Spezifikteil, getrennt.

Am Ende den echten Bogen üben. Richtige Zusammenstellung, Zeitlimit, Bewertung pro Teilbereich. Genau so rechnet die Prüfungssimulation bei Bootsscheinmeister: Sie zieht die Fragen aus dem Nummernbereich, der die Sektion definiert, und zeigt dir am Ende, ob du in jedem Block über der Grenze liegst. Nicht nur, wie viele Kreuze gesessen haben.

Quellen

Angaben nach den amtlichen Fragenkatalogen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes für SBF-See, SBF-Binnen und SKS (veröffentlicht über ELWIS) sowie den Katalogen des Amts für Binnen-Verkehrstechnik in Koblenz für SRC und UBI und den zugehörigen Prüfungsordnungen. Recherchestand Mai 2026.

Verbindlich ist immer die geltende Prüfungsordnung deines Prüfungsausschusses. Wir sind weder amtlicher Herausgeber noch Prüfstelle.

SBF-SeeSBF-BinnenSKSSRCUBI

Kurz beantwortet

Wie viele Fehler darf ich beim SBF-See machen?

Es gibt keine Gesamtfehlerzahl. Du brauchst gleichzeitig mindestens 5 von 7 richtigen Basisfragen, mindestens 18 von 23 richtigen Seefragen und mindestens 7 von 9 richtigen Teilaufgaben in der Navigationsaufgabe. Rechnerisch reichen 23 von 30 Multiple-Choice-Antworten, wenn sie richtig verteilt sind, während 24 von 30 mit drei Fehlern im Basisteil nicht reichen.

Stimmt die Regel „24 von 30“?

Nein. Sie beschreibt ungefähr die Gesamtquote, die sich aus den Teilgrenzen ergibt, ist aber weder notwendig noch hinreichend. Bewertet wird beim SBF pro Teilbereich, und der Basisteil ist mit nur 7 Fragen der empfindlichste: Drei Fehler dort reichen zum Durchfallen, unabhängig vom Rest.

Wie viele Punkte brauche ich beim SKS?

Der SKS wird nicht gezählt, sondern bepunktet: 0 bis 2 Punkte je Freitextfrage, maximal 60 Punkte. Ab 39 Punkten ist die Prüfung bestanden. Zwischen 33 und 38 Punkten folgt eine mündliche Nachprüfung, ab 32 Punkten abwärts ist sie nicht bestanden.

Gilt die Bewertung pro Teilbereich auch bei SRC und UBI?

Nein, und das ist die Ausnahme. Beim SRC zählt der ganze Bogen: höchstens 5 Fehler auf 24 Fragen. Beim UBI sind es mindestens 17 richtige von 22. In beiden Fällen kommen ein praktischer Teil und beim SRC zusätzlich ein englischer Diktat- und Übersetzungsteil hinzu, die getrennt bestanden werden müssen.

Woher stammen diese Zahlen?

Aus den amtlichen Fragenkatalogen und Prüfungsordnungen: SBF und SKS von der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes über ELWIS, SRC und UBI vom Amt für Binnen-Verkehrstechnik in Koblenz. Recherchestand Mai 2026. Verbindlich ist die Prüfungsordnung deines Prüfungsausschusses.